Ein letzter Abend … taas

Ich gebe zu, meine Blogposts schreibe ich immer morgens, wenn mein Hirn zu noch nichts anderem taugt. Aber wie man da manchmal den letzten Tag Revue passieren läßt, kann man so auch den letzten März Revue passieren lassen. Den Blick über Karten von Straßen schweifen lassen, die mir mittlerweile vertrauter sind, als die Stadt in der ich noch lebe. Der Blick über die Straßen der Stadt, in der ich gerne leben möchte. Nach meinem nachmittäglichen Streifzug durch die Straßen der Vororte bei ekligem Wetter verbringe ich ein paar Stunden im Appartment. Veeti ist nicht da, der ist auf dem Weg nach Senäjoki, Sanna ist bei Veeti und Bijay ist bei Freunden. Ich bin alleine. Das ist aber nicht schlimm. Ich genieße die Stunden alleine. Allerdings ist dies kein Abend, an dem man zu Hause bleibt. Der letzte Abend in Helsinki, wie Lauri in einigen SMS nicht müde wird zu betonen. Fuck. Komm ich ja mental gar nicht gut bei drauf, weil ich nicht will, dass dies mal wieder der letzte Abend ist und wenn ich jetzt schreibe, obwohl ich weiß, das in wenigen Wochen wieder ein erster Abend ansteht, treibt es mir die Tränen in die Augen. Perkele.

Ok also heute ein sehr textlastiger Blogpost, ohne Fotos, noch nicht mal von einem abendlichen einsamen Eisring. Wir werden es überstehen.

Also ausgehen ist angesagt, und der Sonntag ist nicht der beste Tag dafür, aber wir Westfalen sind verdammt dickköpflig. Ich will ausgehen, also gehe ich aus.

Im On the Rocks soll ein DJ spielen und es soll freien Eintritt geben. Aber zu 22 Uhr, zu Beginn der Veranstaltung ist … nichts! Die Tür in die Katakomben aka den Club des On the Rocks ist zu. Nothing, nada, ei mitään.

Gut das es noch Lauri gibt. Wir tauschen SMS und treffen uns dann in einer Bar Corona in der Eerikinkatu 11. Wir plauschen, wir trinken Bier und Wein und wir spielen Billard. Natürlich gewinnt Lauri, ist keine Kunst gegen mich zu gewinnen. Ich bin ja schon froh, wenn ich mit dem Que die Kugel treffe. Aber das ist egal, es macht Spaß. Wenn es auch hin Berlin nicht so teuer wäre, würde ich gerne öfter Billard spielen.

Nach den drei Runden wandern wir von der Eerikinkatu durch die Annankatu runter zum Bulevardi. Ecke Vanha Kirkkopuisto treffen wir Pekka, einen Kumpel von Lauri. Ein wenig kann ich diesem Gespräch folgen. Dann erzählt mir Lauri noch, das auf dem Vanha Kirkkopuisto, der mal ein Friedhof war, die Opfer der Pest in Helsinki begraben wurden. Jetzt mitten in der Stadt gelegen, war er auch mitte des 18./19. Jahrhunderts, als die letzten Opfer hier bestattet wurden, noch vor den Toren der Stadt gelegen. Das sind Infos, die ich mehr als spannend finde. Ich würde so gerne die Spuren der kleinen Geschichte Helsinkis erforschen. Was sich in den einzelen Häusern und Straßen zu getragen hat. Nicht das große Ganze um den ehemaligen Großfürsten herum oder historischen Personen wie Gustav Mannerheim.

Unsere Schritte lenken sich Richtung Erottajakatu. Wir wollen was typisch finnisches machen und in eine Karaokebar gehen. Lauri drohtmir zumindest damit, das ich dort singen müsse. Nix gegen singen, aber keine unbekannten finnischen Lieder. Die Atmo der Karaokebar gefällt uns nicht. Also ziehen wir weiter unsere Runden durch die Stadt, versuchen zu reden und trennen uns dann Mannerheimintie/Kaivokatu, mein Weg führt zum Rautatientori und zum dritten Mal in Folge fahre ich mit dem Nachbus nach Hause. Das ist doch eine geile Bilanz. 😀


Karte

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