Tag 1 – Über den Wolken

Wir haben beim boarding geendet. Wobei das ja kein enden war, sondern erst der Anfang. Boarding ist schon eine Wissenschaft für sich. Auf der Boardkarte steht die Boardinggruppe … ich habe A, das heißt aber nicht, das man zu erst reindarf. Das wird glaube jedesmal von der Fluggesellschaft neu ausgelost. Diesmal war A zum Schluß dran. Nur weiß man auch nicht, welche Boarding-Gruppe die Anderen haben, oder wann die Boarding-Gruppen, die vor einem sind durch sind. Ist leicht ungeordnet.
Egal … irgendwann war ich an Board, Gepäck verstauen, hinsetzen, anschnallen, durchatmen.

Fensterplatz, neben mir sind zwei Sitze frei, habe die Reihe für mich alleine.

Ich fliege ganz gerne, aber so kurz vor dem Start überfällt mich doch eine geringfühgige Panik. Will ich das wirklich? JA, klar ich will nach Helsinki und so schlimm wird es nicht werden.

Wird es auch nicht.

Wobei der Moment des Startens immer komisch ist. Erst rollt das Flugzeug langsam, biegt um einige Ecken rum, man verliert völlig jedes Gefühl für die Ausmaße des Flughafens … draußen sieht man am Horizont einige Häuser, aber wo bin ich?

Dann bleibt das Flugzeug kurz stehen, die Triebwerke werden richtig hochgefahren und der Kolloss schüttelt sich wie ein nasser Hund, aber nur ganz leicht. Dann nimmt es fahrt auf, wird schneller und hebt ab. Die Erde kippt weg, ich werde gegen den Sitz gedrückt, schlucke, atme tief durch und schaue zum Fenster raus. Da im Hintergrund glitzern schon die Havelseen, wir sind über Spandau, die Autos sind klein wie Ameisen und verschwinden ganz. Die Erde liegt unter uns wie ein Flickenteppich. Es geht höher und höher, durch die Wolken, über die Wolken.

Die Strecke geht von Berlin über Brandenburg – Mecklenburg-Vorpommern, an Stettin vorbei über Polen. Bei Leba in Polen verlassen wir das feste Land unter uns und weiter geht es über die blaue Ostsee, die aber meistens von Wolkenverhangen ist.

 

4 polen-3

Land und See bei Leba – 1

Land und See bei Leba – 1

Land und See bei Leba – 2

Land und See bei Leba – 3

Land und See bei Leba – 3

Klar ist der Übergang von Strand zum Meer zu erkennen. Es ist gigantisch. Einfach wunderschön.

Wir haben noch nicht ganz die sogenannte Reiseflughöhe erreicht. Das sind schon beeindruckende 10 km 🙂

Draußen ist es mehr als arschkalt, ca. -58°C. Da möchte man nicht auf den Tragflächen tanzen.

Im Flugzeug beginnt die Bespaßung der Passagiere. Getränke werden serviert und ein kleiner Snack, soll heißen: Tee, Kaffee, Tomatensaft, Wasser, Cola oder Saft und eine Tüte Schokolade oder 20 g Chips. Früher waren die Airlines freigiebiger.

Der Flug dauert immerhin 1:55, Zeit genug für eine Zimtschnecke wäre da schon!

Ich schaue immer wieder zum Fenster raus. Es ist atemberaubend. Ganz klar sehe ich die Wolken unter mir! Wie ein Teppich liegen sie mir zu Füßen.

 

7 wolken-2

 

8 wolken-1

 

Weiter und weiter  bahnt sich die Boeing den Weg über die Ostsee. Wir lassen Litauen, Lettland rechts liegen und überfliegen bei Estland das erste Mal wieder Land. Berlin – Helsinki ca. 1100 km Luftlinie.

Bei Tallin, kurz vorm Finnischen Golf beginnen wir schon mit dem Landeanflug auf Helsinki-Vantaa (HEL). Plötzlich liegt Finnland unter uns …

 

English

Lovely flight to Helsinki. It is beautiful to be above the clouds.

 

Suomeksi

Ihana lento Helsingille. Se on kaunis pilvinen yläpuolella.

Advertisements

6 thoughts on “Tag 1 – Über den Wolken

  1. Boah…………..
    wie geil sieht das denn aus? Ich bin erst einmal geflogen und das mit 19. Vor lauter Schiss in der Büchs habe ich wenig mitbekommen, mein Magen aber mehr!!! Meine geliebte Ostsee von oben. Danke Helen, es ist ein Traum!
    LG Tina……….. rutsch weiter zum nächsten Teil
    P.S. Link gerade weiter gereicht 😉

    Liked by 1 person

  2. Du schreibst gut… und es ist schon ewig her, das ich geflogen bin, aber so schöne Wolken hatten wir damals nicht. Trotzdem unvergesslich gewesen… 🙂
    Danke. 🙂

    Liked by 1 person

  3. Ostsee – Sonnenuntergang? Ich lächze danach!
    Den können wir hier nicht sehen, da die Küstenseite Richtung Osten ist. Dafür bleibe ich im Hochsommer gern lange auf, bis die Sonne aufgeht. Durch die Salzpartikel in der Luft sind sie anders, als im Binnenland.
    LG Tina

    Liked by 1 person

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s