Tag 1 – Abflug in Tegel

9. September 2014 – 9. Syyskuuta 2014

Heute ist der Tag der Tage. Es geht los, nach Helsinki, nach Finnland. Lange, viel zu lange habe ich auf diesen Tag gewartet. Glaube der ganze Freundeskreis ist tierisch genervt gewesen wegen des Countdowns. Aber wer mich kennt, der weiß, das ich Mittelmaß nicht kenne. Wie ein kleiner Computer: 1 oder 0, an oder aus, schwarz oder weiß.

Also gut, jetzt kein nerven mehr. Jetzt nerve ich mich nur noch selbst. Geht auch schlecht anders. Bin ab jetzt für eine Woche nur noch mit dem iPhone mit Deutschland verbunden.

Ok – los geht’s.

Ja ich oute mich: ich habe meinen Koffer gewogen. Muß ich mich jetzt schämen? Weil man daran den eher Wenig-Flieger erkennt? NÖÖÖ!
Ist ja ne ungewohnte Situation! Also was soll’s, ich will keine böse Überraschung erleben.

12:01

Ich besteige den Bus, der mich nach Wittenau bringen soll. Kaum zu glauben, ich wohne im gleichen Bezirk wie der Flughafen Tegel gelegen ist und es dauert 45 Minuten zum Flughafen und ich muß drei Busse benutzen. Falls dieser neue Chaosflughafen im tiefen Süden der Stadt irgendwann mal fertig sein sollte, dann gruselt es mich jetzt schon. Denn die versprochene hyperschnelle Bahnverbindung zum Flughafen wird wahrscheinlich erst 20 Jahre nach dem Flughafen fertig sein und außerdem muß man dann doch noch durch die halbe Stadt krauchen, um an die Bahn zu kommen.

Egal, noch geht es nach Tegel. Erste Etappe: Wittenau – Umstieg auf den M21.

Ich liege gut in der Zeit. Zu gut, ehrlich gesagt!

Zweite Etappe am Kutschi = Kurt-Schumacher-Platz – Umstieg auf den 128.

Hier kann man den Flughafen schon riechen und den einfliegenden Maschinen die ausgefahrenen Räder zum Willkommen streicheln.

12:32 – Ankunft in TXL

Ankunft TXL

Ankunft TXL

Habe ich schon erwähnt, das ich gnadenlos zu früh in Tegel ankomme? Story of my life. Ich bin immer zu früh … zumindestest bei Dingen, die was mit Ankommen zu tun habe. Mein Flug geht um 15:00, gate open at 13:00 – aber gut den Check-In habe ich ja gestern schon erledigt. Also nur Gepäck los werden.

Bin so froh, das ich diese Rollkoffer habe. Der große hat vier Rollen und damit kann man geil navigieren. Den muß man noch nicht mal schräg halten. Einfach auf allen vieren elegant neben einem her führen. Das hilft auch gut, sich durch das Gewühl am Flughafen zu navigieren. Der ist echt hoffnungslos überlastet.

Schnell ein Blick zum Tower:

TXL Tower

TXL Tower

Ich mag den Flughafen Tegel. Immer wenn ich hier bin muß ich durch das Sechseck schlendern. Das macht Spaß. An einem Gate sitzt ein sehr gut aussehender Mann und lächelt mir zu. Ein guter Auftackt.

12:50

Okay, dann werde ich mich mal zum Termial C begeben. Die Wellblechbaracke, von der aus AirBerlin hauptsächlich die Flüge abwickelt liegt etwas östlich vom Hauptgebäude. Charmant schreibt sich andere. Die Fenster in dem Blechgang liegen viel zu hoch, so das man höchstens die Flügelspitzen der wartenden Flugzeuge sehen kann. Ziemlich gemein ist das.

Die Warnungen von Freunden und Bekannten verfolgen mich: auch bei Vorabend-Check-In kann der Baggage drop lange dauern … also die Gepäckabgabe, aber am Flughafen spricht man ja selbstverständlich Dinglish. Was spricht man eigentlich in Finnland am Flughafen? Finnisch auf finnisch heißt ja Suomea und Englisch auf Finnisch Englantia. Ist das dann Suomenglantia? Nur mal so ein Gedanke 😀

13:00

Geht aber alles leichter und schneller als Gedacht. Natürlich darf ich den Koffer abschließen. Die nette Flughafenfachkraft meint: “bei AirBerlin dürfen Sie fast alles” … gut zu wissen!

Sie ist auch die einzige, die meinen Personalausweis sehen will. Danach interssiert sich nur noch ihre Kollegin in HEL beim Rückflug für meine Identität. Ich bin quasi inkogniko in Helsinki.

Gleich nach dem Baggage-drop-off – bin spontan 15 kg leichter, denn soviel wiegt mein Koffer – durch die Security. Auch hier alles easy und entspannt, bis auf den leichten Striptease. Aber so ein Security-Beamter will ja auch seinen Spaß.

Natürlich ziehe ich mich gerne vor allen Leuten aus.

Lieber Leser, nun streich dir bitte den panischen Blick aus dem Gesicht.

Einfach Gürtel abmachen, in eine Schale legen, Kleingeld aus der Hosentasche dazu … wenn man da besser organisiert ist als ich, dann hat man natürlich alles in einer Damenhandtasche dabei und legt die locker und elegant in die vorbereitete Schale. Aber ich bin da im Teenageralter stecken geblieben. Meine Tempotücher brauche ich nicht dazu legen. Wäre auch ekelig.

Das Boardcase muß um diese kleine Plastiktasche mit den hochgefährlichen Flüssigkeiten, die ich mit an Board nehme erleichtert werden. Die gefährlichen Flüssigkeiten: Shampoo, Conditioner, Zahnpasta, Bodylotion, Hautcreme. Wenn ich mir vorstelle, was für einen gefährlichen Scheiß man da alles mit machen kann. Unglaublich. Schon erstaunlich, das man das überhaupt mit an board nehmen darf und dann in diesen Familienpackungen von 100 ml 🙂

Also das liegt dann neben dem Kleingeld und dem Gürtel und dem Schlüssel und dem iPhone und allem anderen Kram in der zweiten Schale, in der ersten wird ja das Boardcase durch den Röntgenapparate geschleust.

Ich begebe mich durch den ominösen Scanner. Tut aber nicht weh. Meine Ketten und Kram kann ich anbehalten und ich vermute mal stark, das Zahnprotestenträger selbige auch im Mund behalten dürfen.

Das ganze Prodzedere dauert auch nur 2 Minuten, also viel schneller, als es aufzuschreiben.

Und nun bin ich

Backstage of TXL

und kann mich mit warten beschäftigen!

Warten auf das Boarding. Wir haben 13:19 … und boarding beginnt um 14:35.

Pankik … was mache ich nur mit der ganzen Zeit?

Ok rumlaufen und aus dem Fenster gucken:

Auch das Flugzeug wartet

Auch das Flugzeug wartet

Im Vergleich zu anderen Flughäfen möchte man eigentlich hier nicht tot überm Zaun respektive der Stuhllehne hängen. Marche bemüht sich etwas Tee und komische Muffins zu verkaufen. Sie kosten auch nur einen Arm … man kann aussuchen ob den linken oder rechten (4,50 €). Für ein Bier mit Jägermeister und ein bißchen Kleinkram muß man schon Arm & Bein einsetzen (9,50 €). Hab gesehen wie ein Mann neben mir sich Mut vorm Flug antrinken mußte. Ok im Vergleich zu den finnischen Preisen geht es noch. Aber das weiß ich jetzt noch nicht.

Was super putzig ist: alles was vorne verboten ist, also vor der Security, damit kann man sich jetzt Backstage ausrüsten. Literflaschen mit Alkohol. Überleg mal: so ein Rum hat gute Umdrehungen. Raucher dürfen glaube ein Feuerzeug mitnehmen und was kann man da mit einer Literflasche Rum im Flieger anstellen? Sicher mehr als mit meinem hochgefährlichen Shampoo!

Kugelschreiber kriegt man auch hinterhegeschmissen. Auch hochgefährliches Zeug!

Darüber will ich gar nicht nachdenken. Hocke mich lieber auf einen der hyperbequemen Sessel aus Metal und bekomme mit, das neben mir ein finnisches Paar mit seinem Kleinkind sitzt. Die Kleine ist süß, spricht total niedlich. Ich liebe es finnisch zu hören.

Um mich herum sprechen viele Menschen finnisch. Ich kann mich schon einstimmen. Mein Flug AB8312 hat auch eine Finnair-Flugnummer.

14:35

Es geht an Board …

 

English:

First day and first trip to Helsinki. I am more than punctual at the airport and everything is fine … besides no W-Lan at airport!

Suomeksi:

Ensimmäinen päivää ja ensimmäinen lento Helsingin. Olen ajoissa lentoasemassa. Kaikki on hyvin … ei W-Lan lentoasemassa 😦

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8 thoughts on “Tag 1 – Abflug in Tegel

  1. Oh Helen,
    das liest sich schon supi an! Gibt es einen Film über deinen “Stripteas”? Bei den sehr gefährlichen Sachen musste ich an die Serie Mac Gywer denken. Der hätte bestimmt aus Shampo, Zahnpasta, Kugelschreiber und Rum was machen können 😉 .
    Ich muss dringend los, weiter lesen…………
    LG Tina

    Liked by 1 person

    • danke tina
      gottseidank gibt es keinen film, und so dramatisch war es nicht. ich habe etwas übertrieben.
      aber was man aus shampoo und co machen kann, das will ich mir lieber nicht vorstellen.

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